Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 032-2016 - 31.05.2016

Sachsen-Anhalt Spitzenreiter bei Kinderarmut

DGB fordert Aktionsprogramm

Anlässlich des internationalen Kindertags am 1. Juni fordert der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) in Sachsen-Anhalt ein Aktionsprogramm gegen Kinderarmut. Trotz starker Konjunktur und sinkender Arbeitslosigkeit ist Kinderarmut auch weit verbreitet. Mehr als 63.000 Kinder waren im vergangenen Jahr von Hartz IV abhängig – das sind 25,1 Prozent aller Kinder im Land. Sachsen-Anhalt ist damit das Flächenland mit der größten Kinderarmut in Deutschland. Im Bundesdurchschnitt sind 15,5 Prozent aller Kinder von Hartz IV abhängig. Diese Entwicklung zeigt, dass der Aufschwung vor allem an Kindern aus armen Familien vorbeigeht.

Das vom DGB geforderte Aktionsprogramms kombiniert bundespolitische Maßnahmen mit landespolitischen Instrumenten. Wesentliche Elemente sind:

- höhere Hartz IV-Regelsätze auch für Kinder. Die derzeitigen Regelsätze sind steuerpolitisch motiviert klein gerechnet und ermöglichen keine angemessene soziale Teilhabe von Kindern.

- Ausbau der sozialen Sicherungssysteme wie Arbeitslosengeld, Kinderzuschlag und Wohngeld. Ziel muss es sein, Hartz-IV-Bedürftigkeit zu verhindern. Familien, in denen mindestens ein Elternteil Vollzeit arbeitet, sollten nicht auf Hartz IV angewiesen sein.

- Langzeitarbeitslose Eltern brauchen öffentlich geförderte Arbeitsverhältnisse zu tariflichen Bedingungen. Diese muss die Landesregierung durch einen sozialen Arbeitsmarkt schaffen.

Die DGB-Landesleiterin Susanne Wiedemeyer stellt fest: „Die Zahlen in Sachsen-Anhalt sind alarmierend: Jedes vierte Kind ist von Hartz IV abhängig. Alle Kinder haben ein Recht auf ein würdevolles Leben. Wir fordern Bund und Land daher auf, mit einem Aktionsprogramm wirksame Maßnahmen gegen Kinderarmut zu treffen.“


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