Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 033-2016 - 29.06.2016

Kommission empfiehlt Erhöhung des Mindestlohns auf 8,84 Euro

285 Tausend profitieren in Sachsen-Anhalt

Die Mindestlohnkommission hat am Dienstag in Berlin beschlossen, der Bundesregierung eine Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns auf 8,84 Euro je Stunde vorzuschlagen. Die Bundesregierung wird nun prüfen, ob sie dieser Empfehlung folgt und den gesetzlichen Mindestlohn per Rechtsverordnung zum 1. Januar 2017 anhebt.

Die Landesbeauftragte des DGB für Sachsen-Anhalt, Susanne Wiedemeyer, hält den Kompromiss mit der Arbeitgeberseite für vertretbar. Wiedemeyer: „Jeder Cent, mit dem der Mindestlohn an die allgemeine Lohnentwicklung angepasst wird, ist für uns von großer Bedeutung. Denn Sachsen-Anhalt hat einen überproportional umfangreichen Niedriglohnsektor. Deswegen gilt hier für jeden dritten Job, nämlich für 285.000 Beschäftigte, der gesetzliche Mindestlohn. Darum ist auch jede Anpassung des Mindestlohns für uns von geradezu volkswirtschaftlicher Bedeutung und ein weiterer Schritt weg vom Billiglohnland. Der höhere Mindestlohn wirkt zudem positiv auf Wirtschaft und Sozialsysteme.“

Susanne Wiedemeyer: „Nach der Einführung des Mindestlohns gibt es weniger Arbeitslose, und wir haben über 5.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte mehr. Der Mindestlohn hat für bessere Löhne gesorgt, die Kaufkraft vor Ort gestärkt und so das Wirtschaftswachstum unterstützt. Die Zahl der „Aufstocker“, also all jener, die trotz Erwerbsarbeit auf Sozialleistungen angewiesen sind, konnte mit der Einführung des Mindestlohns um etwa 10.000 auf unter 50.000 reduziert werden. Die Zahl der Haushalte, die Wohngeld beziehen, ist 2015 um mehr als 20 Prozent auf 18 200 zurückgegangen. Immerhin ist jeder vierte Wohngeldbezieher Arbeitnehmer."

Wiedemeyer abschließend: "Besonders in mindestlohnsensiblen Bereichen gab es deutliche Gehaltssteigerungen für die Beschäftigten. Im sachsen-anhaltischen Gastgewerbe stiegen die Löhne um 12,5 Prozent, ebenso bei der Erbringung von sonstigen Dienstleistungen, etwa in Wach- und Sicherheitsdiensten um 18,1 Prozent. In diesen Branchen hat auch die Beschäftigung deutlich zugenommen.“


Redaktioneller Hinweis:
Neue DGB-Datenkarte für alle Bundesländer: In allen Bundesländern sind die Löhne der untersten Einkommensgruppe in diversen Branchen deutlich gestiegen. Deutschlandweit hat die Beschäftigung in Branchen zugenommen, in denen der Mindestlohn für ein Lohnplus sorgte. https://www.dgb.de/-/gdw

Susanne Wiedemeyer

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