Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 036-2016

Mindestlohn macht in Sachsen-Anhalt aus Minijobs reguläre Arbeitsplätze

Eine DGB-Analyse

Zum 1. Januar 2017 wird der gesetzliche Mindestlohn erstmals seit seiner Einführung vor zwei Jahren angehoben. Er steigt um 34 Cent auf 8,84 Euro pro Stunde.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund in Sachsen-Anhalt (DGB) hat aus diesem Anlass die bisherigen Auswirkungen des Mindestlohns auf die Beschäftigten- und Verdienstentwicklung untersucht. Eine aktuelle Analyse des DGB belegt, wie auch schon frühere Zwischenbilanzen, positive Effekte.

Die Leiterin des DGB-Landesbüros, Susanne Wiedemeyer, erläutert: „Der Mindestlohn hat zunächst den Schwächsten am Arbeitsmarkt geholfen, entlastet aber auch Sozialleistungen der Kommunen und kann als gestiegene Kaufkraft gemessen werden. Bei etwa 285.000 Geringverdienern in Sachsen-Anhalt sind das volkswirtschaftliche Dimensionen.“

Wiedemeyer im Einzelnen: „So sind die Verdienste bei Un- und Angelernten in Sachsen-Anhalt seit Einführung des Mindestlohns um 8,2 Prozent gestiegen. Bundesweit ist es ein Plus von 3,9 Prozent; 3,5 Prozent im Westen und 9,4 im Osten.“

Die Gewerkschafterin: „Der vielfach befürchtete Abbau von Arbeitsplätzen ist ausgeblieben. Die Zahl derer, die in Sachsen-Anhalt ausschließlich einer geringfügigen Beschäftigung nachgehen, ist zwar um 10,7 Prozent gesunken, aber die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Teilzeit- und Vollzeitbeschäftigten ist um 2,8 Prozent gestiegen.

Insbesondere haben wir im Gastgewerbe Sachsen-Anhalts einen Zuwachs bei der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung von 11,7 Prozent. In dieser besonders mindestlohnrelevanten Branche wurden viele geringentlohnte Minijobs in reguläre Arbeitsverhältnisse umgewandelt.“

Die DGB-Landeschefin resümiert. „Diese Zahlen belegen, dass der gesetzliche Mindestlohn die Struktur des Arbeitsmarktes insgesamt spürbar verbessert hat.

 

Hinweise:

Der DGB stützt sich auf neue Zahlen des Statistischen Bundesamtes und auf die Beschäftigtenstatistik der Bundesagentur für Arbeit.

Die Verdienste bei Un- und Angelernten beziehen sich auf sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte ohne Sonderzahlungen in der Leistungsgruppe 5.

 

Was sich bei den Mindestlöhnen ab 2017 ändert, finden Sie hier

http://www.dgb.de/schwerpunkt/mindestlohn/mindestlohn-erhoehung-was-aendert-sich-ab-2017

http://www.dgb.de/was-bedeutet-der-neue-mindestlohn-2017-fuer-den-minijob


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Susanne Wiedemeyer

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