Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 013-2017 - 04.05.2017

Sachsen-Anhalts Wirtschaft beschäftigt zu wenig Menschen mit Behinderung

Wiedemeyer: Die Unternehmen stehen in der Pflicht

In Sachsen-Anhalt machen schwerbehinderte Menschen nur 3,6 Prozent aller Beschäftigten aus. Bei den öffentlichen Arbeitsgebern sind es 5,7 Prozent, bei den privaten nur 3,1 Prozent. Die gute Entwicklung des Arbeitsmarktes geht an dieser Personengruppe vorbei.

Das Bundesland liegt deutlich unter der gesetzlich vorgeschriebenen Quote von fünf Prozent Schwerbehinderter in Betrieben mit mehr als 20 Mitarbeitern. Von den 4.231 Unternehmen, die diese Auflage erfüllen müssen, hatten 1.253 Betriebe, also ein Viertel, keinen einzigen schwerbehinderten Beschäftigten.

Anlässlich des europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am kommenden Freitag, dem 5. Mai, fordert Sachsen-Anhalts DGB-Chefin Susanne Wiedemeyer die Unternehmen auf, ihre Anstrengungen zur Integration Behinderter in den Arbeitsmarkt zu verstärken:

Wiedemeyer gibt zu bedenken, dass Menschen mit Behinderung trotz ihrer durchschnittlich besseren Bildungsabschlüsse häufiger und länger arbeitslos sind als nichtbehinderte Menschen.

Die Gewerkschafterin: „Die Unternehmen sind hier in der Pflicht. Zudem können sie auf zahlreiche Unterstützungsangebote bei Ausbildung oder Beschäftigung von Menschen mit Behinderung zurückgreifen: Lohnkostenzuschüsse, kostenlose Ausstattung des Arbeitsplatzes oder Begleitung durch Fachpersonal im Betrieb. Trotzdem sind viele Unternehmen zögerlich.“ Deshalb fordert der DGB stärkere Anreize für Unternehmen, die Beschäftigungspflicht ernst zu nehmen. Dabei sollten vor allem jene Arbeitgeber in die Pflicht genommen werden, die überhaupt keine Schwerbehinderten beschäftigen. Die gesetzlich vorgesehene Abgabe für ausbleibende Beschäftigung behinderter Menschen sollte zudem stark angehoben werden.

Redaktionelle Anmerkung: Die hier genannten Daten sind der Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit entnommen.

 


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