Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 011-2018 - 15.03.2018

Betriebsräte kämpfen für gute Arbeit

Am 1. März 2018 fiel der Startschuss für die Betriebsratswahlen in Deutschland. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind während der kommenden drei Monate aufgerufen, die Vertretung ihrer Interessen im Betrieb zu wählen. In Sachsen-Anhalt gibt es laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in nur 14 Prozent aller Betriebe mit mindestens fünf Beschäftigten einen Betriebsrat. In diesen Betrieben arbeiten allerdings 44 Prozent der Beschäftigten in Sachsen-Anhalt. Das entspricht ca. 350.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.

Susanne Wiedemeyer, DGB-Vorsitzende für Sachsen-Anhalt, ruft die Beschäftigten auf, sich aktiv an den Betriebsratswahlen zu beteiligen und ihre betrieblichen Interessensvertretungen zu wählen: „Demokratische Mitbestimmung lebt vom Engagement jeder und jedes Einzelnen. Machen Sie von Ihrem Mitbestimmungsrecht Gebrauch – wählen Sie einen Betriebsrat oder kandidieren Sie selbst. Eine hohe Wahlbeteiligung stärkt Ihren Betriebsrat in seiner Arbeit.“ Wiedemeyer betont: „Betriebsräte sind Vertrauenspersonen und zugleich Sprachrohr im Betrieb. Sie kämpfen für gute Arbeit. Sie sorgen dafür, dass der Mindestlohn und Tarifverträge eingehalten werden.“

Andreas Höppner, wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke im Landtag von Sachsen-Anhalt: „Aus langjähriger Erfahrung weiß ich, dass Beschäftigte sich Arbeitnehmervertreter auf Augenhöhe mit der Arbeitgeberseite wünschen. Betriebsräte sind demokratisch gewählt und laut Betriebsverfassungsgesetz rechtlich befugt, die Interessen der Arbeitnehmer zu vertreten. Wer dieses Recht beschneidet, handelt nicht nur unehrenhaft, sondern auch kriminell.“ Tobias Krull, sozialpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt: „Betriebe mit Betriebsrat bilden grundsätzlich mehr aus und investieren deutlich mehr in die Ausbildung. Betriebsräte tragen dazu bei, dass zukünftige Fachkräfte ausgebildet und an das Unternehmen gebunden werden. Betriebsräte leisten somit einen entscheidenden Beitrag zur Fachkräftesicherung in Sachsen-Anhalt.“

Cornelia Lüddemann, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen im Landtag von Sachsen-Anhalt: „Betriebsräte sorgen dafür, dass die gleiche Bezahlung bei gleicher Tätigkeit und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter vorangetrieben werden. Ich wünsche mir, dass sich viele Frauen an der Betriebsratswahl beteiligen oder selbst kandidieren. Noch immer sind Frauen bei der Besetzung von Betriebsratsgremien unterrepräsentiert. Das gilt insbesondere für Betriebe, in denen Frauen die Mehrheit der Belegschaft stellen.“

Andreas Steppuhn, stellv. Fraktionsvorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt: „Die Digitalisierung ist die große Herausforderung in der Arbeitswelt. Beschäftigte sorgen sich vor Überwachung und Kontrolle und damit vor einer zunehmenden Leistungsverdichtung. Aufgabe der Betriebsräte ist es, Regelungen zu erarbeiten, damit den Beschäftigten durch den Einsatz von Technik kein Nachteil entsteht. Digitalisierung muss nachhaltig und sozial gestaltet werden.“

Anlässlich der Betriebsratswahlen veranstaltet der DGB Sachsen-Anhalt die Diskussionsveranstaltung „Damit gute Arbeit nicht zu kurz kommt“. Die Veranstaltung findet am 27. März 2018 um 16 Uhr im Maritim-Hotel in Magdeburg statt.

Hintergrund:

Betriebsräte haben ihr Ohr nah an der Belegschaft: Sie kennen die Probleme der Beschäftigten und tragen deren Kritik und Forderungen zur Geschäftsführung. Sie helfen bei individuellen Problemen und sorgen für gerechte und faire Bezahlung. Das bringt den Beschäftigten Vorteile: Betriebe mit Betriebsrat zahlen im Schnitt höheres Entgelt und bieten sicherere Arbeitsplätze. Beschäftigte bringen Leben und Arbeiten besser unter einen Hut und können flexible Arbeitszeitmodelle nutzen.

Aber auch die Arbeitgeber profitieren. Studien haben ergeben, dass Betriebsräte positive Effekte für den Erfolg von Unternehmen haben. Betriebsräte tragen zu mehr Produktivität bei und fördern Weiterbildung und duale Ausbildung. Mitbestimmte Betriebe warten mit mehr ökologischen Investitionen und schrittweisen Innovationen auf. Die Personalfluktuation nimmt ab, es gibt weniger Mangel an Fachkräften.

Betriebsräte können in Betrieben mit mindestens fünf wahlberechtigten Arbeitnehmern gegründet werden. Wahlberechtigt sind nicht nur die Vollzeitbeschäftigten, sondern auch volljährige Auszubildende, Praktikanten sowie befristet oder teilzeitig Beschäftigte und Aushilfen. Der Arbeitgeber darf die Wahl nicht behindern, bei Problemen hilft die zuständige Gewerkschaft.

 

 


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