Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 018-2018 - 27.04.2018

DGB zu Arbeitsmarktzahlen: Sozialer Arbeitsmarkt nötig

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) setzt sich für einen sozialen Arbeitsmarkt mit fairen Bedingungen ein. Langzeitarbeitslose sollten auf freiwilliger Basis einen gemeinnützigen Arbeitsplatz mit regulärem Arbeitsvertrag und tariflicher Bezahlung angeboten bekommen. DGB-Landesvorsitzende Susanne Wiedemeyer stellt dazu fest: „Viele Menschen in Sachsen-Anhalt haben trotz guter Konjunktur auf absehbare Zeit keine Chance, einen regulären Job zu finden. Das können und dürfen wir nicht hinnehmen. Unsere Gesellschaft darf niemanden zurücklassen. Die Landesregierung hat mit dem Programm ‚Sozialer Arbeitsmarkt‘ einen ersten Schritt gemacht. Nun muss auch der Bund seiner Verantwortung gerecht werden und Arbeit statt Arbeitslosigkeit finanzieren. Es gibt enorm viel Bedarf an einer besseren sozialen Infrastruktur. Wenn Erwerbslose Löhne statt staatlicher Leistungen erhalten, profitieren alle davon.“

Hintergrund: Trotz sinkender Arbeitslosenquote und wirtschaftlichem Wachstum sind laut aktueller Arbeitsmarktzahlen 33.726 Menschen in Sachen-Anhalt mindestens ein Jahr ohne Arbeit. Neben diesen offiziell Langzeitarbeitslosen verstecken sich in der Statistik der Bundesagentur für Arbeit weitere Personengruppen, die schon länger ohne Arbeit sind. So gelten zum Beispiel Langzeitarbeitslose wieder als Kurzzeitarbeitslose, wenn sie an einer Schulungsmaßnahme teilgenommen haben oder länger erkrankt waren. Insgesamt sind allein in Sachsen-Anhalt 120.000 Menschen erwerbsfähig, aber seit mehr als zwei Jahren im Hartz-IV Bezug. Ihre Chance, eine Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt zu finden, ist sehr gering: Nur eine von sechzig Personen findet im nächsten Monat einen Job, bei Kurzzeitarbeitslosen hingegen jeder zehnte.

 


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