Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 017-2015 - 01.07.2015

Sechs Monate nach Einführung des Mindestlohns - DGB in Sachsen-Anhalt zieht positive Bilanz

Gebhardt: Mindestlohn ist eine Erfolgsgeschichte

Sachsen-Anhalts DGB-Chef Udo Gebhardt hat mit Blick auf die neuesten Arbeitsmarktzahlen Ende Juni eine positive Bilanz der Mindestlohneinführung gezogen: „Der Mindestlohn ist eine Erfolgsgeschichte“, sagte er.

„Die Arbeitslosenquote ist auf 9,8 Prozent gesunken. Im Juni 2014 hatte sie noch 10,4 Prozent betragen. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung hat im Vergleich zum Vorjahr um 0,3 Prozent zugenommen, das heißt, 2.000 Menschen sind in Sachsen-Anhalt zusätzlich beschäftigt.“

Gebhardt zufolge ist damit der Beweis erbracht, dass der Mindestlohn nicht Arbeitsplätze kostet, sondern mehr gute Arbeit schafft. Die Wirtschaft hat in letzter Zeit von den soliden Lohn- und Nachfragesteigerungen im Inland profitiert. Neben den Tarifabschlüssen leistet der gesetzliche Mindestlohn hier einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der betrieblichen Umsätze.

Im Gastgewerbe, wo Arbeitgebervertreter vehement gegen die Aufzeichnungspflichten und verbindliche Lohnuntergrenzen protestiert hatten, ist die Beschäftigung stark angestiegen: Dort gibt es in Sachsen-Anhalt 4,4 Prozent mehr sozialversichert Beschäftigte als ein Jahr zuvor. Auch im Sektor „Verkehr und Lagerei“ ist die Beschäftigtenentwicklung seit Einführung des Mindestlohns positiv. Nach Angaben der offiziellen Statistik der Bundesagentur für Arbeit ist die Zahl der Beschäftigten hier im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 Prozent angestiegen. Damit hat die Zahl der Arbeitsplätze ausgerechnet in jenen Branchen, die vom Mindestlohn besonders betroffen sind, überdurchschnittlich zugenommen.

Gebhardt wies auch auf die sehr moderate Preisentwicklung seit Einführung des Mindestlohns hin. Insgesamt schätzt die Bundesbank, dass der Mindestlohn zu einer zusätzlichen Preissteigerung von 0,1 Prozentpunkten geführt hat. Angesichts der derzeit allgemein niedrigen Inflationsraten sind diese Preissteigerungen durch den Mindestlohn zu vernachlässigen.

„Damit ist auch die Behauptung, der Mindestlohn sei ein Inflationstreiber, endgültig widerlegt“, sagte der DGB Landeschef.


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