Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 04 - 05.03.2021
Internationaler Frauentag: 14 Veranstaltungen in Sachsen-Anhalt

Frauen schultern die Krise

Die Corona-Krise trifft Frauen besonders hart. Darauf weisen der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und seine Mitgliedsgewerkschaften anlässlich des Weltfrauentags am 8. März hin. „In den systemrelevanten Berufen – in Lebensmittelhandel und -produktion, in der Pflege, in Kinderbetreuung und Schulen – hat die Arbeitsbelastung deutlich zugenommen. Diese Kolleginnen sorgen sich zudem über ihr besonderes Infektionsrisiko. Andere Frauen, zum Beispiel in der Gastronomie, erleiden Einkommenseinbußen durch Kurzarbeit oder gar Arbeitslosigkeit“, sagt DGB-Landesleiterin Susanne Wiedemeyer.

Gleichzeitig verweist Wiedemeyer auf starke familiäre Belastungen durch Corona: „Gerade für Frauen und Familien mit geringem Einkommen waren die Zumutungen in den vergangenen Monaten enorm.“ Umso wichtiger ist es, eine starke Gewerkschaft im Rücken zu haben. „Die Beschäftigten brauchen während der pandemiebedingten Schließzeiten von Kitas und Schulen einen Lohnersatz, der zum Leben reicht. Das erweiterte Kinderkrankengeld kann dazu beitragen. Eltern brauchen Planungssicherheit für den gesamten Zeitraum der Pandemie. Wir setzen uns für gesetzliche Regelungen ein, die das gewährleisten.“

Die vergangenen Monate zeigen laut Wiedemeyer eindeutig: „Mit Tarifverträgen kommen Frauen besser durch die Krise! Anständige Löhne und Gehälter, bessere Arbeitszeitrege-lungen und eine kleinere Entgeltlücke zwischen Männern und Frauen sind auf gute Tarifverträge zurückzuführen. In der Krise profitieren Beschäftigte mit Tarifvertrag häufiger von einer Aufstockung zum Kurzarbeitsgeld.“

Wiedemeyer fordert daher: „Die Tarifbindung muss gestärkt werden, vor allem in frauendominierten Branchen. Das wäre ein entscheidender Schritt, um die Arbeit in den systemrelevanten Berufen endlich aufzuwerten. Das ist längst überfällig.“ Umso mehr bedauert sie das vorläufige Scheitern einer Allgemeinverbindlichkeitserklärung für den Pflegetarif.

Anlässlich des internationalen Frauentags fordert der Deutsche Gewerkschaftsbund:

  • Förderung der Entgeltgleichheit und Stärkung existenzsichernder Einkommen durch stärkere Tarifbindung und Aufwertung von frauendominierten Branchen,
  • Arbeitszeiten und Rahmenbedingungen, die Frauen und Männern gleichermaßen ermöglichen, erwerbstätig zu sein und unbezahlte Sorgearbeit gleichberechtigt zu übernehmen,
  • den Ausbau bedarfsgerechter und qualitativ hochwertiger Kinderbetreuung,
  • eine Reform der Minijobs mit dem Ziel, alle Beschäftigungsverhältnisse ab der ersten Arbeitsstunde sozial abzusichern.

Am 8. März 2021 finden in Sachsen-Anhalt 14 Veranstaltungen statt, organisiert u.a. von den DGB-Regionen Altmark-Börde-Harz und Halle-Dessau. In mehreren Städten steigen anlässlich des 110. Internationalen Frauentags 110 Luftballons auf. Zudem gibt es diverse Online-Veranstaltungen wie Lesungen, Workshops, Expertinnengespräche und einen digitalen Kinoabend.

Eine Übersicht über alle Veranstaltungen ist unter www.sachsen-anhalt.dgb.de zu finden.

Fachliche Rückfragen richten Sie bitte an Regina Stipani, Referentin für Wirtschafts- und Strukturpolitik, Europa und Frauen, Tel.: 0391/625 03 18 bzw. regina.stipani@dgb.de.

Auch Betriebs- und Personalräte sorgen für bessere Arbeitsbedingungen für Frauen in den Betrieben und Arbeitsstellen. „Ihre Rechte müssen dringend gestärkt werden, um etwa beim Einsatz von Homeoffice auf Augenhöhe mit den Arbeitgebern im Sinne der Beschäftigten verhandeln zu können“, ergänzt Susanne Wiedemeyer.


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