Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 14 - 30.04.2020
Arbeitsmarktzahlen

Kurzarbeit wirkt – Konjunktur durch Investitionen ankurbeln

Der Corona-Ausnahmezustand setzt den Arbeitsmarkt massiv unter Druck: Wie die Bundesagentur für Arbeit heute mitteilt, haben seit dem März über 20.100 Betriebe in Sachsen-Anhalt Kurzarbeit angezeigt. Dahinter stehen fast 200.000 Beschäftigte, die potenziell von Kurzarbeit betroffen sind. Diese schlechte Nachricht hat aber auch eine gute Seite – Kurzarbeit wirkt.

Die Landesleiterin des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in Sachsen-Anhalt, Susanne Wiedemeyer erklärt dazu: „Kurzarbeit verhindert einen Dammbruch auf dem Arbeitsmarkt, sichert Beschäftigung und schafft die Basis für eine rasche Wiederaufnahme der Produktion, sobald sich die wirtschaftliche Lage entspannt. Andernfalls würden die Beschäftigten ihren Arbeitsplatz verlieren. Deshalb muss die Kurzarbeit als das entscheidende Instrument zur Verhinderung von Massenarbeitslosigkeit ausgebaut werden. Die vom Bundeskabinett beschlossenen Verbesserungen bei der Höhe des Kurzarbeitergeldes nach vier und sieben Monaten sind richtig, noch besser wäre eine frühzeitigere Aufstockung. Eins ist klar: Je geringer der Lohnausfall, desto stärker tragen privater Konsum und die Binnennachfrage dazu bei, die Wirtschaft zu stabilisieren und soziale Schieflagen zu verhindern.“

Es gibt aber auch einen saisonuntypischen Anstieg der Arbeitslosigkeit. Diese hat im Vergleich zum Vormonat um fast 10 Prozent zugenommen, das sind 8.100 Arbeitslose mehr. Betroffen sind derzeit vor allem Menschen in Minijobs, Leiharbeit, Befristungen oder Solo-Selbstständige. Wiedemeyer betont: „Es ist gut, dass die Forderung der Gewerkschaften erfüllt wurde, für die Zeit der Krise das Arbeitslosengeld zu verlängern.“ Jetzt müsse alles dafür getan werden, dass sich Arbeitslosigkeit nicht verfestigt oder weiter ansteigt: „Was unsere Volkswirtschaft dringender denn je braucht, ist ein ambitioniertes sowie intelligentes Konjunktur- und Investitionsprogramm. Damit lassen sich zum einen der Wirtschaftseinbruch und die entstandene Arbeitslosigkeit überwinden. Zum anderen leisten Investitionen in CO²-neutrale Technologien oder in moderne Infrastruktur einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz und sozialen Zusammenhalt. Dafür müssen Bund und Land jetzt ein Investitionsprogramm vorbereiten, das für eine moderne Infrastruktur und ein leistungsfähiges Bildungs-, Gesundheits- und Sozialsystem sorgt. Das ist der beste Weg zu stabiler Beschäftigung und guter Arbeit für alle.“


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