Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 018-2015 - 24.09.2015

Tariflöhne fast auf Westniveau, in LSA trotzdem großer Einkommensrückstand

25 Jahre nach der deutschen Vereinigung

In Sachsen-Anhalt weiterhin großer Einkommensrückstand wegen niedriger Tarifbindung

Die Tariflöhne- und -gehälter in Ostdeutschland erreichen aktuell im Durchschnitt 97 Prozent des West-Niveaus. Darauf verweist Dr. Reinhard Bispinck, Tarifexperte des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung.

Dabei zeigen sich deutliche Unterschiede nach Branchen: Zum Beispiel sind die Tarife im öffentlichen Dienst, bei Banken und Versicherungen bereits auf Westniveau während etwa in der Landwirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns nur 74 Prozent gelten.

Bispinck macht deutlich, dass der Einkommensrückstand bei ostdeutschen Beschäftigten, die nicht nach Tarif bezahlt werden, wesentlich größer ist. Deshalb seien die effektiven Bruttoverdienste im Osten um insgesamt 17 Prozent niedriger als im Westen. Der Angleichungsprozess stagniere dabei seit Jahren.

Der Tarifexperte: "Das ist eine Folge der deutlich geringeren Tarifbindung, und in Ostdeutschland fehlt auch die im Westen über Jahrzehnte gewachsene Tarifkultur", so Bispinck.

Der DGB verweist darauf, dass sich dabei ein wesentlicher Nachteil für Sachsen-Anhalt zeigt. DGB-Landeschef Udo Gebhardt: "Leider arbeiten bei uns nur 38 Prozent der Beschäftigten in Tarifgebundenen Betrieben während es etwa im Saarland 58 Prozent sind." Der Bundesdurchschnitt liege bei etwa 50 Prozent.


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