Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 16 - 25.05.2020

Azubis brauchen Ausbildung statt Kurzarbeit

Bei der morgigen Sitzung diskutiert die Allianz für Aus- und Weiterbildung auf Bundesebene über Schutzmaßnahmen für Auszubildende. Neben der ausstehenden rechtlichen Absicherung von Zwischen- und Abschlussprüfungen wird es auch um die Regelung von Kurzarbeit und Kurzarbeitergeld für Auszubildende gehen. Aus Sicht des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) wird das Ergebnis dieser Sitzung auch für die rund 26.700 Auszubildenden in Sachsen-Anhalt entscheidend sein.

Fabian Pfister, Referatsleiter Berufliche Bildung: „Auszubildende sollen sicher sein, dass sie ihre Ausbildung fortführen können. Dieses Anliegen wird in der aktuellen Diskussion leider oft vergessen. Niemand kommt auf die Idee, Schülerinnen und Schüler ohne Lernmöglichkeiten nach Hause zu schicken, aber Auszubildende sollen nach dem Willen der Arbeitgeber ab dem ersten Tag in Kurzarbeit geschickt werden können. Das darf nicht sein. Wir fordern deshalb: Ausbildung statt Kurzarbeit.“

Susanne Wiedemeyer, Landesleiterin des DGB Sachsen-Anhalt: „Wir erwarten von der morgigen Sitzung ein Ergebnis im Sinne der Auszubildenden in Sachsen-Anhalt. Sie müssen weiter ausgebildet werden; das muss oberste Priorität haben. Die Schutzrechte der Auszubildenden dürfen nicht angegriffen werden.“

Hintergrundinformation: Knackpunkt der Diskussion auf Bundesebene ist die Frage nach der Aufweichung des §19 des Berufsbildungsgesetzes, in dem die sechswöchige Fortzahlung der Ausbildungsvergütung trotz nicht stattfindender Ausbildung geregelt ist. Arbeitgeber fordern, dass Auszubildende ab dem ersten Tag in Kurzarbeit geschickt werden können, und fordern dafür finanzielle Unterstützung vom Staat. Das will der DGB verhindern. Der DGB vertritt die Position, dass für eine erneute finanzielle Entlastung der Betriebe der §19 nicht geändert werden muss, und hat stattdessen das Programm Ausbildung statt Kurzarbeit vorgeschlagen.


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