Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 06 - 07.03.2022
Internationaler Frauentag

DGB fordert wirtschaftliche Selbständigkeit für Frauen

Jede dritte vollzeitbeschäftigte Frau arbeitet im Niedriglohnbereich

Anlässlich des Internationalen Frauentags 2022 prüfen der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften, wie sich Vorhaben der neuen Bundesregierung für Frauen im Erwerbsleben auswirken. Nicht nur die Corona-Pandemie, die Frauen besonders hart getroffen hat, sondern auch der digitale Wandel, die Globalisierung und der Kampf gegen den Klimawandel verändern die Arbeitswelt grundlegend.

„Damit Frauen in diesem Wandel nicht zu kurz kommen, gehören ihre Perspektiven und Bedürfnisse in den Fokus. Wir fordern von den Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern aus Politik und Wirtschaft, dass sie Frauen stärker einbeziehen“, sagt DGB-Landesleiterin Susanne Wiedemeyer.

So manches Problem ist aber altbekannt und muss jetzt endlich angegangen werden. Nach wie vor arbeitet in Sachsen-Anhalt mehr als jede dritte vollzeitbeschäftigte Frau im Niedriglohnbereich. In mehreren Landkreisen gilt das sogar für fast die Hälfte der vollzeitbeschäftigten Frauen. „Wo eine Vollzeitstelle schon kaum zum Leben reicht, wird es mit einer Teilzeitbeschäftigung ganz eng. Immer mehr erwerbstätigen Frauen droht Altersarmut. Das muss sich dringend ändern“, fordert Wiedemeyer.

Wir begrüßen ausdrücklich die geplante Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro. Das ist für viele Frauen ein großer Schritt nach vorn. Aber gleichzeitig die Minijob-Verdienstgrenze anzuheben – das passt nicht zusammen“, sagt Wiedemeyer. „Die Folge ist mehr geringfügige Beschäftigung ohne sozialen Schutz. Vor allem Frauen sind davon betroffen.“  Der DGB fordert seit langem eine Sozialversicherungspflicht ab dem ersten Euro.

In vielen Unternehmen finden in diesem Jahr die Betriebsratswahlen statt. Der DGB ruft alle Frauen auf, daran teilzunehmen. Gerade im ökonomischen Wandel ist die betriebliche Mitbestimmung wichtig, um Veränderungen im Interesse der Beschäftigten aktiv mitzugestalten.

Susanne Wiedemeyer: „Betriebs- und Personalräte sorgen für bessere Arbeitsbedingungen für Frauen in Betrieben und Dienststellen. Ihre Rechte müssen dringend gestärkt werden, um auf Augenhöhe mit Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern und im Interesse der Beschäftigten verhandeln zu können, etwa beim Einsatz von digitalen Arbeitsmitteln oder der Gewährung von Homeoffice. Damit die Gleichstellung von Frauen und Männern vorankommt, brauchen wir starke Betriebsrätinnen und Betriebsräte, die sich für gerechte Chancen und existenzsichernde Löhne für Frauen einsetzen.“


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