Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 13 - 28.04.2020
1. Mai: Solidarisch und digital

Gewerkschaften feiern den Tag der Arbeit

„Solidarisch ist man nicht alleine“, so lautet das Motto des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) in diesem Jahr zum 1. Mai. „Solidarischer Zusammenhalt ist die Voraussetzung dafür, dass wir gemeinsam gut durch diese Zeit kommen“, sagt DGB-Landesleiterin Susanne Wiedemeyer. „Ich erlebe, dass die Menschen auf sich und andere achten, sich gegenseitig unterstützen. Das stimmt mich zuversichtlich. Die Gewerkschaften haben Vorschläge unterbreitet, wie Betriebe unterstützt und Arbeitsplätze erhalten werden können. Die Lasten dieser Krise müssen gerecht verteilt werden.“

Zwar finden die klassischen Veranstaltungen und Kundgebungen des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum 1. Mai bundesweit und dementsprechend auch in Sachsen-Anhalt nicht statt. Dennoch begehen die Gewerkschaften in diesem Jahr den Tag der Arbeit. Der DGB verlagert seine Aktivitäten ins Internet und in die sozialen Medien und ruft die Menschen mit vielen Online-Aktionen dazu auf, gemeinsam für Solidarität und soziale Gerechtigkeit einzutreten.

Das zentrale Event ist eine mehrstündige Livestream-Sendung, die ab 11 Uhr unter der Webadresse www.dgb.de/erstermai zu sehen sein wird, u.a. mit namhaften Musikern und Comedians, Talks und Interviews sowie Solidaritätsbotschaften aus ganz Deutschland. Aus dem Bezirk Niedersachsen – Bremen – Sachsen-Anhalt steuert der DGB zu diesem Stream einen Videoclip mit einer Rede bei, die von hundert Menschen gehalten wird. Sie ersetzt die ca. hundert Veranstaltungen, die zum Tag der Arbeit ursprünglich in den drei Bundesländern geplant waren.

Zwei Wochen vor dem Tag der Arbeit hat der DGB in Sachsen-Anhalt in seinen Online-Kanälen Facebook und Twitter einen Countdown zum 1. Mai gestartet. In Video-Botschaften bringen Menschen zum Ausdruck, was Solidarität konkret für sie bedeutet. In thematischen Sharepics wird die Situation der Beschäftigten – insbesondere auch vor dem Hintergrund der Covid-19-Einschränkungen – thematisiert.

Durch das Zusammenkommen im Netz am 1. Mai wird ein beeindruckendes Signal für solidarischen Zusammenhalt entstehen. Wiedemeyer: „Menschen in sogenannten systemrelevanten Berufen tragen aktuell die Hautplast. Applaus ist schön, höhere Löhne wären besser. Wenn die Wirtschaft wieder hochfährt, muss der Arbeits- und Gesundheitsschutz in den Betrieben konsequent umgesetzt werden. Beschäftigte, insbesondere mit niedrigem Lohn, brauchen schneller ein höheres Kurzarbeitergeld. Wir treten am 1. Mai dafür ein, dass Menschen gesund und ohne soziale Schieflage durch diese Krise kommen.“

Gleichwohl macht der DGB auf strukturelle Probleme im Land aufmerksam: „Wo tarifvertragliche Regelungen fehlen, können sich niedrige Löhne ausbreiten. Die Tarifbindung in Sachsen-Anhalt liegt bei nur 50 Prozent. Das Land hat immer noch einen absurd großen Niedriglohnsektor. Mehr als ein Drittel aller Beschäftigten erhält einen Lohn von unter 2.200 Euro brutto, in rund der Hälfte aller Betriebe erhalten Beschäftigte einen Lohn von unter 2.000 Euro.“, sagt die DGB-Landesleiterin.

Insbesondere für Geringverdienende wird sich die Situation weiter verschärfen, wenn ihr Betrieb Kurzarbeit anmelden muss und sie mit 60 bzw. 67 Prozent des Nettolohns zurechtkommen müssen. Wiedemeyer weiter: „Die beschlossene Erhöhung des Kurzarbeitergeldes ist richtig, kommt aber nach drei- bzw. sechs Monaten zu spät. Die Arbeitgeber sind nun in der Pflicht, die entstandene Lohnlücke zu füllen.“

Die Aktivitäten des DGB in Sachsen-Anhalt zum 1. Mai sind auf der Webseite https://niedersachsen-bremen-sachsenanhalt.dgb.de/1-mai-2020 sowie auf www.facebook.com/dgb.sachsenanhalt/ und www.twitter.com/DGBSAN zu finden.


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