Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 17-2019 - 23.09.2019
IAB-Betriebspanel veröffentlicht

DGB fordert Trendwende bei der Tarifbindung

Die Tarifbindung im Land hat sich stabilisiert, wenn auch auf niedrigem Niveau. Zu diesem Ergebnis kommt der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) nach Auswertung des heute vom Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration des Landes Sachsen-Anhalt veröffentlichten IAB-Betriebspanels.

In Sachsen-Anhalt sind 24 Prozent der Betriebe bzw. 50 Prozent der Beschäftigten tarifgebunden. Nach rückläufiger Tendenz im vergangenen Jahr bedeutet das einen Anstieg um jeweils ein Prozent. 43 Prozent der nichttarifgebundenen Unternehmen gaben an, sich an einem Tarifvertrag zu orientieren. DGB-Landesleiterin Susanne Wiedemeyer: „Die geringe Tarifbindung ist ein Grund für niedrige Löhne und hohe Lohnunterschiede im Land. Wir brauchen eine Trendwende bei der Tarifbindung. Tarifverträge sichern gute Arbeit und gute Löhne.“ In tarifgebundenen Unternehmen erhalten Beschäftigte 12 Prozent mehr Lohn als im Landesdurchschnitt. Orientieren sich Unternehmen an einem Tarifvertrag, liegt das Einkommen acht Prozent unter dem Landesdurchschnitt. Wiedemeyer: „Auch wenn Arbeitgeber gern das Gegenteil behaupten, aber die Orientierung an einen Tarifvertrag allein ist kein Garant für tarifgleiche Löhne.“

In Sachsen-Anhalt gehen ca. 85 Prozent der Beschäftigten einer qualifizierten oder hochqualifizierten Tätigkeit nach. Der monatliche Bruttoverdienst in Sachsen-Anhalt beträgt 2.770 Euro. Das entspricht ca. 83 Prozent des Westniveaus (von 3.340 Euro). In rund der Hälfte der Betriebe liegt der durchschnittliche Monatsverdienst unter 2.000 Euro. „Wer einer qualifizierten Tätigkeit nachgeht, muss auch angemessen entlohnt werden. Es ist nicht hinnehmbar, dass die Löhne in Sachsen-Anhalt 30 Jahre nach der Wiedervereinigung immer noch deutlich unter dem westdeutschen Niveau liegen. Niedrige Löhne schüren Unzufriedenheit und Frust. Wer ein Leben lang hart arbeitet, darf später nicht in der Altersarmut landen“, sagt die Landeschefin.

Wiedemeyer weiter: „Es passt einfach nicht zusammen, dass Arbeitgeber allerorten über den Fachkräftemangel klagen und verstärkt sachgrundlos befristen. Sachgrundlose Befristungen gehören abgeschafft. Befristungen bedeuten oft eine unnötige Verlängerung der Probezeit und sie schaffen unsichere Zukunftsperspektiven.“ In Sachsen-Anhalt sind acht Prozent der Beschäftigten bzw. Beschäftigte in 18 Prozent der Betriebe befristet angestellt. Die sachgrundlose Befristung ist seit 2012 von 37 auf 43 Prozent gestiegen. 43 Prozent aller Neueinstellungen sind befristet.

 


Nach oben

Kontakt Pressebüro Magdeburg

DGB Sachsen-Anhalt
Otto-von-Guericke-Straße 6
39104 Magdeburg
Telefon: 0391 625 03-10
Telefax: 0391 625 03-27

Martin Mandel
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Telefon: 0391 / 625 03-23
Mobil:    0170 / 451 67 47
E-Mail:  martin.mandel@dgb.de

Pressebüro DGB Bezirk

DGB-Bezirk Niedersachsen - Bremen - Sachsen-Anhalt
Otto-Brenner-Straße 7
30159 Hannover
Telefon: 0511 / 126 01-21
Telefax: 0511 / 126 01-57

 

Pressesprecherin: Tina Kolbeck-Landau

Telefon: 0511 / 126 01-32
Mobil:    0170 / 634 21 53
E-Mail:   tina.kolbeck(at)dgb.de