Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 018-2015

Flüchtlinge in Sachsen-Anhalt: Betreuung professionell auf lange Zeit ausrichten

Gewerkschafter besuchten ZAst in Halberstadt

Die humanitäre Fürsorge und amtliche Betreuung von Flüchtlingen und Asylsuchenden in Sachsen-Anhalt muss als gesamtgesellschaftliche Aufgabe der Politik, Verwaltung und Wirtschaft betrachtet und auf lange Sicht ausgerichtet werden.

Mit diesem Appell wandten sich am Donnerstag die Landeschefs des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) und der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Udo Gebhardt und Uwe Petermann, an die Landesregierung. Beide hatten zuvor die Zentrale Anlaufstelle für Flüchtlinge (ZAst) in Halberstadt besucht.

DGB-Landeschef Udo Gebhardt befürchtet, dass die Zeit der Krisenstäbe und Notlösungen zu lange dauert. Gebhardt: „Wir sind stolz auf die vielen Freiwilligen und Ehrenamtlichen, die sich engagiert um eine glaubwürdige Willkommenskultur bemüht haben. Jetzt aber muss das Land Sachsen-Anhalt seine staatlichen Aufgaben in vollem Umfang erfüllen. Auch das gehört zu unseren moralischen Werten. Wenn nötig, dürfen bürokratische Hürden nicht tabu sein.“

Der GdP-Landesbezirksvorsitzende Uwe Petermann konkretisiert: „Wir brauchen jetzt Personalanpassungen, die dem absehbaren Bedarf vorausschauend gerecht werden. Viele unserer Kolleginnen und Kollegen arbeiten am Limit ihrer Kräfte. Beschäftigte und Verwaltungsbeamte, denen die Betreuung von Flüchtlingen und Asylsuchenden übertragen wurde, müssen sich auch unter den aktuellen Umständen auf Sozialstandards, Tarifverträge und Dienstvereinbarungen verlassen können. Die Zeit der freiwilligen Sonderdienste und fortgesetzten ehrenamtlichen Leistungen lässt sich nicht unbegrenzt verlängern.“

Petermann außerdem: „Eine würdige Erstaufnahme von Kriegsflüchtlingen ist möglich. Dazu bedarf es der jetzt angedachten Nutzung vorhandener fester Gebäude. Und das Betreuungspersonal braucht vollwertige Arbeitsplätze mit moderner Kommunikationstechnik.“

Mit Bezug auf die ZAst Halberstadt sagte der GdP-Landesbezirksvorsitzende: „Ich erwarte, dass sich die Verantwortlichen aus Politik, Verwaltung und Gesellschaft zügig an einen Tisch setzen und für die Interessen der Hilfe suchenden Menschen agieren und nicht nur auf Probleme und Missstände reagieren.“

DGB-Chef Udo Gebhardt unterstützt diese Forderungen mit dem Hinweis auf alle Aufgabenbereiche wie Verwaltung, Polizei- und Meldewesen, technische Dienste, Medizin, psychologische und Krisenbetreuung, Sprachmittler, Sprachlehrer, Sozialdienste und andere.

 


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