Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 00033 - 26.03.2010

DGB: Armut trotz Erwerbstätigkeit in Sachsen-Anhalt gestiegen

Verdeckte Armut bekämpfen

42.926 Beschäftigte mit sozialversichertem Job mussten im Sommer 2009 nach einer Analyse des DGB in Sachsen-Anhalt Hartz IV beziehen. Sie konnten durch eigene Arbeit nicht einmal das gesellschaftliche Existenzminimum sichern und waren ergänzend auf staat­liche Fürsorge angewiesen. Auch sie zahlen von ihrem Lohn oder Gehalt Sozialbeiträge, ohne von ihrer Arbeit leben zu können. Etwa die Hälfte von ihnen übt sogar eine Vollzeit­beschäftigung aus.

Dies entspricht einem Anteil von 5,2 Prozent aller sozialversichert Beschäftigten in Sachen-Anhalt, die zwischenzeitlich Hartz IV beantragen mussten. Im Sommer 2005 waren hingegen erst 3,9 Prozent der Beschäftigten auf Hartz IV angewiesen, so der DGB-Landesvorsitzende Udo Gebhardt. Das Verarmungsrisiko der Beschäftigten in Sachsen-Anhalt ist annähernd doppelt so hoch wie in den alten Bundesländern insgesamt.

Die tatsächliche Zahl der Hartz IV-Aufstocker ist – so Gebhardt noch viel höher, da viele Be­schäftigte in verdeckter Armut leben. Nur etwa jede(r) zweite Anspruchsberechtigte mit Voll­zeitjob nimmt seinen oder ihren Anspruch auf staatliche Unterstützung überhaupt wahr. Sie stocken ihren geringen Verdienst nicht mit ergänzendem Hartz IV auf, obwohl sie rechtlich einen Anspruch darauf haben. Als zentrale Gründe für den Verzicht auf staatliche Fürsorge nennt Gebhardt neben mangelnder Informiertheit über zustehende Ansprüche auch Scham, durch Hartz IV stigmatisiert zu werden, oder auch die Scheu, sich mit dem komplizierten An­tragsverfahren auseinander zu setzen. Diese „verdeckte Armut“ unter Beschäftigten stehe „in auffallendem Kontrast zu öffentlichen Diskussionen über scheinbar fehlende Arbeitsanreize des Hartz IV-Systems.


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