Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 18 - 09.05.2023

Kindergrundsicherung: 75.000 Kinder in Sachsen-Anhalt profitieren

Durch eine gut gemachte Kindergrundsicherung würde sich in Sachsen-Anhalt die Lebenssituation von knapp 75.000 Kindern und Jugendlichen verbessern. Darauf weist der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hin.

DGB-Landeschefin Susanne Wiedemeyer fordert die Ampel-Koalition in Berlin auf, sich endlich auf eine Kindergrundsicherung zu verständigen und ausreichend Geld dafür bereitzustellen. „Familien mit geringem Einkommen brauchen dringend mehr Unterstützung für ein gutes Aufwachsen ihrer Kinder. Kinderarmut bedeutet nicht nur einen Mangel im Hier und Jetzt; sie raubt den Kindern auch Entwicklungs- und Zukunftschancen. Nichts verursacht mehr Folgekosten, als Kinderarmut zuzulassen. Geld für eine Kindergrundsicherung auszugeben ist auch eine Investition in die Zukunft“, so Wiedemeyer.

Mit der geplanten Kindergrundsicherung sollen die vielen bestehenden Leistungen für Kinder gebündelt und die Beantragung einfacher und bürgerfreundlicher werden. Neben einem einfachen Zugang fordert die Gewerkschafterin auch höhere Leistungen für die geplante Kindergrundsicherung. Bisher sind bei einem Regelsatz in Höhe von 348 Euro für ein Kind zwischen 6 und 13 Jahren nur 4,48 Euro pro Tag für Essen und Trinken vorgesehen. 8,89 Euro sind es monatlich für Kino, Kindertheater, Sport- und sonstige Freizeitveranstaltungen und nur 2,83 Euro stehen für Kinder- und Jugendbücher bereit. „Kinder aus armen Haushalten können oft nicht mitspielen, bleiben bei Freizeitaktivitäten außen vor und müssen bei Klassenfahrten zuhause bleiben, weil das Taschengeld fehlt. Die fehlende Teilhabe von Kindern ist in einem reichen Land ein Skandal, den wir endlich beenden müssen“, so Wiedemeyer weiter.

In Sachsen-Anhalt lebten Ende 2022 56.400 Kinder und Jugendliche in Familien, die Bürgergeld erhalten. 18.500 Kinder und Jugendliche erhalten den Kinderzuschlag, der an geringverdienende Eltern zusätzlich zum Kindergeld ausgezahlt wird. In Summe würden diese knapp 75.000 Heranwachsenden mit den höheren Leistungen der Kindergrundsicherung bessergestellt.

Hinzu kämen noch Familien, die heute aufgrund ihres geringen Einkommens einen Rechtsanspruch auf Leistungen haben, diese aber nicht beantragen. Nach Schätzungen der Bundesregierung würden nur 35 Prozent der leistungsberechtigten Familien den Kinderzuschlag beantragen. Bei Geringverdienenden, die ergänzend Bürgergeld erhalten können, betrage die Dunkelziffer bis zu 50 Prozent.


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