Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 0026-2011 - 08.03.2011

Prekäre Beschäftigung in Sachsen-Anhalt überdurchschnittlich gestiegen.

ISW-Studie warnt vor Auswirkungen auf Wirtschaftskraft

Sachsen-Anhalt hat die geringere Arbeitslosenquote in den vergangenen Jahren mit einem im Bundesvergleich überdurchschnittlich hohen Zuwachs an flexiblen und unsicheren Beschäftigungsverhältnissen bezahlt. Das habe den Abwanderungsdruck erhöht und die Wirtschaftskraft insgesamt geschwächt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung (ISW) Halle, die im Auftrag u.a. des DGB entstanden ist.

Das ISW hat für die Jahre 2005 bis 2009 eine "deutliche Expansion" von Leiharbeit, befristeter Beschäftigung, Teilzeit- und Minijobs sowie Arbeitsgelegenheiten festgestellt. Auf diesem Wege habe sich ein annähernd gleiches Arbeitsvolumen "auf mehr Köpfe" verteilt. Reguläre Vollzeitstellen seien in Sachsen-Anhalt um 1,9 Prozent gesunken, während sie in Deutschland insgesamt um 2 Prozent und im ostdeutschen Mittel um 1,1 Prozent gestiegen seien.

Atypische und potenziell unsichere Beschäftigung sei vor allem im Gastgewerbe, im Handel, im Verkehrssektor und weiteren Dienstleistungsbranchen weit verbreitet. In diesen und anderen an die regionale Nachfrage gebundenen Wirtschaftsbereichen gehe die Flexibilisierung der Arbeitsverhältnisse mit einer besonders schwachen Lohnentwicklung einher.

Der Wettbewerb werde vor allem über die Arbeitskosten ausgetragen. Die Verschiebung der Arbeitsmarktstrukturen betreffe auch die höher Qualifizierten und verschärfe über den Abwanderungsdruck auch den Fachkräftemangel in Sachsen-Anhalt.

Die Autoren schließen ihr Resümee mit dem Satz: "Alles in allem scheint es an der Zeit, eine Initiative für "Gute Arbeit" in Sachsen-Anhalt zu starten..."


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