Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 42 - 18.12.2014

Massentierhaltung in dieser Größenordnung vernichtet Arbeitsplätze

DGB in Sachsen-Anhalt zum „Straathof-Skandal“:

Der DGB in Sachsen-Anhalt hinterfragt die Angaben des Bürgermeisters von Genthin, Barz, der gegenüber MDR SACHSEN-ANHALT von „rund 80 Jobs“ spricht, die bei der GLAVA GmbH in Gladau auf dem Spiel stehen.

Der Sprecher des DGB-Landesbüros Becker, zugleich auch für den ländlichen Raum zuständig, verweist darauf, dass sich in Gladau beschäftigungseffektiv vor allem Arbeitsräume des Straathof-Managements befinden.

Becker: „In Gladau haben wir es mit einer hochtechnisierten Industrieanlage mit über 50.000 Tierplätzen zu tun. Für die eigentliche Schweineanlage gehen wir von 20 Arbeitsplätzen aus, von denen aber nur die Hälfte aus umliegenden Dörfern kommt. Hinzu kommen Kraftfahrer der betriebseigenen Tiertransporter-Flotte, die deutschlandweit und grenzüberschreitend unterwegs sind.

Ob diese Jobs den künftigen Zollkontrollen bei Einführung des gesetzlichen Mindestlohns standhalten, muss bislang bezweifelt werden. Wirklich gut verdienen bei Straathof Rechtsanwälte – aber die sind nicht aus der Region.“

Becker abschließend: „Indirekte Beschäftigungseffekte außerhalb Genthins, etwa bei Dienstleistern für den Transport von Futterstoffen und Gülle, sollen dabei nicht kleingeredet werden. Massentierhaltung in dieser Größenordnung vernichtet aber eher Arbeitsplätze im ländlichen Raum, als das daraus gute Arbeit entstehen könnte.“


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Bernhard Becker

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