Deutscher Gewerkschaftsbund

Von Matthias Stoffregen, Wir zitieren: "Magdeburger Volksstimme", Mittwoch, 22. Juni 2016

In Sachsen-Anhalt beziehen weniger Menschen Wohngeld

Ursache hierfür ist vor allem die Mindestlohn-Einführung

Magdeburg: In Sachsen-Anhalt ist die Zahl der Haushalte, die Wohngeld beziehen, im vergangenen Jahr um 21,1 Prozent auf 18 200 zurückgegangen. Wie das Statistische Landesamt am Dienstag mitteilte, bezogen damit nur noch 1,6 Prozent aller Haushalte den staatlichen Zuschuss, der von Bund und Ländern gemeinsam finanziert wird.
Eine Ursache für den Rückgang besteht in der Einführung des Mindestlohns. Weil Tausende Arbeitnehmer inzwischen mehr verdienen, sind sie nicht mehr auf den staatlichen Zuschuss angewiesen. Die größte Gruppe der Wohngeldbezieher bilden inzwischen mit 54,2 Prozent die Rentner. Erst dahinter folgen Arbeitnehmer mit einem Anteil von 24,3 Prozent sowie Studenten und Auszubildende mit 9,6 Prozent.
Mit Hilfe des Wohngeldes eröffnet der Staat Einkommensschwachen eine Möglichkeit, ohne Hartz-IV-Leistungen über die Runden zu kommen. 2012 mussten Bund und Land noch 41 Millionen Euro für Wohngeld auf den Tisch legen, inzwischen sind die Kosten auf 21 Millionen Euro abgesunken.
Allerdings dürfte der Trend bereits 2016 in eine andere Richtung weisen: Der Bund hat nämlich im vergangenen Jahr eine Wohngeld-Reform verabschiedet, die seit Januar inkraft getreten ist. Die Reform ist eine Reaktion auf die vielerorts stark gestiegenen Mieten. Künftig sollen Wohngeldbezieher deutlich höhere Zuschüsse erhalten. Ein Zwei-Personen-Haushalt beispielsweise soll im Bundesdurchschnitt nicht mehr 112, sondern 186 Euro monatlich erhalten. In Sachsen-Anhalt lag der durchschnittliche Anspruch der Wohngeld-Haushalte bislang sogar nur bei 91. Euro.
Das Finanzministerium rechnet deshalb bereits mit einem Anstieg der Wohngeldkosten auf 46 Millionen Euro, lediglich die Hälfte davon wird der Bund übernehmen.

*) Matthias Stoffregen ist seit 2013 bei der Volksstimme als Reporter im Bereich Politik-Wirtschaft tätig. Der gebürtige Braunschweiger hat Politik, Volkswirtschaft und Soziologie studiert, zu seinen beruflichen Stationen zählen die Süddeutsche Zeitung und die Neue Osnabrücker Zeitung.


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