Deutscher Gewerkschaftsbund

29.04.2020
#schlaglicht 04/2020

1. Mai: Solidarisch ist man nicht alleine!

Der Tag der Arbeit ist der Tag der Gewerkschaften. An diesem Tag setzen Beschäftigte ein Zeichen für gute Arbeit, Gerechtigkeit und Solidarität. Doch in diesem Jahr ist alles anders. Warum Solidarität gerade jetzt so wichtig ist, erklärt das #schlaglicht 04/2020.

1. mai

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Morgen ist es wieder soweit: Überall in Sachsen-Anhalt werden viele Beschäftigte den Tag der Arbeit feiern. Doch diesmal findet er unter ganz besonderen – ja bedrückenden – Bedingungen statt. Erstmalig seit der Gründung des Deutschen Gewerkschaftsbundes kann der erste Mai als Feiertag nicht unter freiem Himmel begangen werden. Aufgrund der Corona-Pandemie müssen die traditionellen Ansprachen und Demonstrationszüge in diesem Jahr leider ausfallen. Menschen können nicht auf öffentlichen Plätzen zusammenkommen, um ein Zeichen für Solidarität zu setzen. In diesem Jahr heißt Solidarität: Mit Anstand Abstand halten!

Der 1. Mai 2020 bedeutet Solidarität digital
Für eine Alternative ist dennoch gesorgt: Der 1. Mai geht online. Eben weil Solidarität zu der historischen DNA der Arbeiterbewegung gehört, werden die Gewerkschaften für ihre Mitglieder und alle Interessierten in den sozialen Netzwerken ein buntes Programm aus Videos, Reden, Kabarett und Musik bieten. Tradition im modernen Gewand! Und ein solidarisches Miteinander ist aktuell mehr denn je gefragt.

Geringverdienende brauchen Solidarität – Kurzarbeitergeld aufstocken jetzt!
Solidarität in Corona-Zeiten bedeutet, dass soziale Schieflagen sich nicht verschärfen dürfen. Und hier gibt es Reserven. Beispiel Kurzarbeitergeld: Zurzeit erhalten Beschäftigte nur 60 Prozent ihres letzten Nettogehalts. Für Eltern gibt es sieben Prozent mehr. Das ist viel zu wenig. Zwar hat die Bundesregierung nachgebessert und das Kurzarbeitergeld auf 80 Prozent aufgestockt – ein richtiger Schritt. Die Regelung greift aber erst ab dem siebten Monat. Laut einer aktuellen Umfrage gibt ein Drittel der Beschäftigten an, mit dem gegenwärtigen Kurzarbeitergeld maximal drei Monate über die Runden kommen zu können (siehe Grafik). Um die Beschäftigten in dieser Zeit zu entlasten, sollten die Arbeitgeber aufstocken. Immerhin werden ihnen die Sozialversicherungsbeiträge vollständig erstattet und Milliardenhilfen gewährt. Ein Teil davon steht den Beschäftigten zu. Das wäre solidarisch. Das wäre gerecht.

Solidarität

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Solidarität bedeutet bessere Bezahlung in den systemrelevanten Berufen
Noch eines zeigt die Corona-Krise überdeutlich: Die Beschäftigten in den systemrelevanten Berufen sind das gesellschaftliche Rückgrat. Sie haben mit ihrem unermüdlichen Einsatz die Versorgung der Bevölkerung gesichert. Dafür gebührt ihnen höchste Anerkennung. Bleiben darf es dabei nicht. Eine konsequente Aufwertung dieser Berufsgruppen wäre eine bessere Bezahlung. Die ist längst überfällig. Solidarität lässt sich nun mal auch in Euro und Cent messen. Mit mehr Tarifverträgen können die Arbeitgeber mehr Anstand zeigen.

Lockerungen von Arbeitsschutzbestimmungen sind unsolidarisch
Ganz und gar nicht solidarisch sind hingegen die Lockerungen von Arbeitsschutzbestimmungen. Die sind so überflüssig wie ein Kropf. Das gilt ebenso für die Debatte um Sonntagsöffnungen oder Steuersenkungen für Unternehmen. Vielmehr muss der Arbeits- und Gesundheitsschutz jetzt absolute Priorität haben. Aber wenn Arbeitgeber die Krise nutzen, um ihre Interessen durchzusetzen, ist das völlig inakzeptabel und untergräbt das soziale Fundament.

Darum ist am Tag der Arbeit und darüber hinaus mehr Solidarität gefragt. Die Gewerkschaften arbeiten täglich für dieses Anliegen. Hierbei kann jeder gerne mithelfen. Sind wir viele, sind wir stark. Denn solidarisch ist man nicht alleine!


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