Deutscher Gewerkschaftsbund

15.01.2016

Neueste Zahlen: Der DGB-Index für junge Beschäftigte 2015

Sonderauswertung des DGB-Index Gute Arbeit

 

Die Einkommenssituation

·        31 Prozent der jungen Beschäftigten haben ein monatliche Bruttoeinkommen von weniger als 1.500 €

·        nur 30 Prozent verdienen mehr als 2.500 Euro

·        Einkommensniveau in Ostdeutschland liegt 17,2 Prozent unter dem in Westdeutschland

·        unter 30-Jährige haben ein Einkommen von 1.855 € (vergl. über 35 Jährige von 2.717 €)

·        nur 25 Prozent der jungen Beschäftigten arbeiten in einem unbefristeten Vollzeit Verhältnis (ohne Leiharbeit) und verdienen mehr als

         2.500 € (vergl. 40 Prozent bei den über 35-Jährigen)

·        52 Prozent der unter 35jährigen halten ihr eigenes Einkommen für nicht angemessen Gerade einmal 8 Prozent sind mit ihrem

         Einkommen voll zufrieden

Stress und Arbeitsintensität

·        junge Beschäftigte berichten in fast allen Bereichen eine höhere Belastung als ihre älteren Kollegen

·        besonders starke Belastung durch nicht ausreichenden späteren Rente (60,6 Prozent), einem nicht angemessenem Einkommen

         (35,7 Prozent) sowie Arbeitsstress (33,7 Prozent)

·        ständige Erreichbarkeit ist für 22,4 Prozent oft oder sehr oft der Fall, das führt zu Belastungen

·        52 Prozent der jungen Beschäftigten fühlt sich bei der Arbeit »sehr häufig« oder »oft« gehetzt oder unter Zeitdruck, das führt

         häufig zu Qualitätsabstrichen

·        Alarmierend: Qualitätsabstriche bei der Arbeit wurden am häufigsten im Gesundheitswesen (33,3 Prozent) und im Erziehungs- und

         Sozialwesen (31,8 Prozent) berichtet

·        65,9 Prozent der jungen Beschäftigten sind in den letzten 12 Monaten krank zur Arbeit gegangen (28 Prozent sogar mehr als 10

         Tage)

Die Arbeitszeitgestaltung

·        Nur 39,1 Prozent der jungen Beschäftigten gaben an, dass ihre tatsächliche Arbeitszeit mit der vereinbarten übereinstimmt

·        60,9 Prozent der jungen Beschäftigten machen regelmäßig Überstunden, durchschnittlich 4,1 Überstunden pro Woche

·        35,4 Prozent der unter 35 jährigen wollen weniger als gegenwärtig vereinbart arbeiten

·        82,4 Prozent der jungen Beschäftigten arbeiten Vollzeit mit einer vertraglich vereinbarten Arbeitszeit von 35 Stunden und mehr.

         17,6 Prozent arbeiten in Teilzeit

·        Fast jede/r Zweite junge Beschäftigte (47,2 Prozent) arbeitet zu Zeiten außerhalb des Normalarbeitsverhältnisses, wie z.B. Spät-

         oder Nachtschichten

·        Junge Beschäftigte sind von allen abweichenden Arbeitszeitlagen deutlich häufiger betroffen als älter Beschäftigte

Bewertung nach Geschlecht

·        Frauen schätzen die Arbeitsqualität durchweg schlechter ein als Männer

·        junge Frauen verdienen im Durchschnitt etwa 6 Prozent weniger als junge Männer (vergl. fast 23 Prozent bei Beschäftigten ab 35

         Jahren)

·        große Unterschiede bei Voll- und Teilzeit: 36 Prozent der Frauen unter 35 Jahren und nur 4 Prozent der Männer

·        über ein drittel weniger junge Frauen in Vollzeit in Westdeutschland ( 86Prozent Ost zu 59 Prozent)

Bewertung nach Branchen

·       bessere Arbeitsqualität in der chemischen oder pharmazeutischen Industrie, in der öffentlichen Verwaltung, im Bereich Ver- und

        Entsorgung oder im Bereich Information und Kommunikation

·       Gastgewerbe und Baugewerbe schneiden am schlechtesten ab

·       Belastungen durch nicht angemessenes Einkommen wird am häufigsten in Gesundheitsberufen (61,8 Prozent) und im Gastgewerbe

        (70,7 Prozent) berichtet

·       Arbeitshetze und Zeitdruck wird vor allem im Gesundheitswesen (72,5 Prozent) und im Bausektor (69,2 Prozent) berichtet

·       kein oder nur geringer Einfluss auf die Gestaltung der Arbeitszeit in fast allen Branchen, Gastgewerbe 99 Prozent, Gesundheits- 

        und Sozialwesen 90 Prozent, am Meisten Einfluss haben Beschäftigte in den IT Berufen wo nur 37 Prozent keinen oder nur geringen 

        Einfluss angeben

·       Arbeitsbedingungen in Kleinstbetrieben unter 20 Beschäftigten am schlechtesten (58 Index- Punkte) in Großunternehmen mit 67

        Index- Punkten deutlich besser

Bessere Bedingungen mit Mitbestimmung

·       deutliche bessere Bedingungen mit Mitbestimmung in allen Altersgruppen

·       am stärksten bei den unter 25 Jährigen: Mit Mitarbeitervertretung 72 Index- Punkte, ohne 59 Punkte

·       deutlich höhere Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung: 49,8 Prozent mit Mitarbeitervertretung zu 34,1 Prozent ohne

        Vertretung

Prekäre Beschäftigung

·       über ein Viertel (27,8 Prozent) der jungen Beschäftigten unter 35 Jahren arbeiten in atypischen Beschäftigungsverhältnissen

·       fast jeder zweite (46,4 Prozent) der unter 25 Jährigen arbeitet in atypischen Verhältnissen

·       Junge Menschen unter 35 Jahren sind mehr als drei Mal so oft Befristet beschäftigt (16,2 Prozent) wie ältere Beschäftigte (5 Prozent)

·       auch Leiharbeit ist jung, während 5 Prozent der Beschäftigten unter 35 Jahren in Leiharbeitsverhältnissen sind es bei den 

        Beschäftigten über 35 mit 1,5 Prozent über 70 Prozent weniger

·       Belastungen sind bei atypischer Beschäftigung höher

·       Atypisch Beschäftigte verdienen im Durchschnitt ein Viertel (23,85 Prozent) weniger als normal Beschäftigte (1734 Euro zu 2277 Euro)


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