Deutscher Gewerkschaftsbund

27.05.2021
#schlaglicht 5/2021

Die beste Wahl: Gute Arbeit mit Tarifvertrag!

In etwas mehr als einer Woche ist Landtagswahl. Die Menschen in Sachsen-Anhalt sind aufgerufen, mit ihrer Stimme die Politik und damit die Zukunft des Landes mitzugestalten. Warum der Einsatz für gute Arbeit mit Tarifvertrag die beste Wahl für die Beschäftigten ist, verdeutlicht das #schlaglicht 5/2021.

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s-design/dgb

In etwas mehr als einer Woche ist Landtagswahl. Die Menschen in Sachsen-Anhalt sind aufgerufen, mit ihrer Stimme die Politik und damit die Zukunft des Landes mitzugestalten. Auf einem guten Weg war das Land bei Beschäftigung und Löhnen – auch dank fortschrittlicher Tarifabschlüsse der Gewerkschaften. Dann kam die Corona-Pandemie und mit ihr der harte Aufprall. Um gestärkt aus der Krise hervorzugehen, muss die Landesregierung alles daran setzen, Wirtschaft und Beschäftigung zu stützen und gleichzeitig Digitalisierung und Strukturwandel zu gestalten. Diese Herausforderung lässt sich nur mit zielgerichteten Investitionen stemmen. Und mit mehr Einsatz für gute Arbeit.

Höchste Tarifbindung im Osten war einmal
Gute Arbeit und zukunftsfähige Jobs gibt es dort, wo die Beschäftigten den Schutz durch einen Tarifvertrag genießen. Bisher konnte sich das Land Sachsen-Anhalt auf die Fahne schreiben, die höchste Tarifbindung im ostdeutschen Vergleich zu haben. Das war einmal. Mittlerweile sind nur noch 21 Prozent der Betriebe mit insgesamt 45 Prozent der Beschäftigten tarifgebunden. Ostdeutscher Durchschnitt!

Mit Tarifvertrag verdienen die Beschäftigten deutlich mehr
Dabei liegen die Vorteile von Tarifverträgen auf der Hand. In der Krise haben sie dazu beigetragen, dass Beschäftigung gesichert und Lohnausfälle kompensiert werden. Ohnehin garantieren sie Sonderleistungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie fortschrittliche Arbeitszeitregelungen. Wie wirksam Tarifverträge die Lohn- und Arbeitsbedingungen regeln, beweist der marginale Abstand von nur zwei Prozent bei den Tariflöhnen zwischen Ost und West. Mit Tarifvertrag ist die Entgeltgleichheit also nahezu erreicht, während ohne Tarifvertrag im „Osten“ fast ein Fünftel weniger verdient wird als im „Westen“. Der Vergleich innerhalb des Landes bestätigt die Vorteile. Mit Tarifvertrag verdienen die Beschäftigten deutlich mehr als ohne, wohingegen Beschäftigte selbst mit der von Arbeitgebern beschworenen Orientierung deutliche Lohneinbüße hinnehmen müssen (siehe Grafik).

schlaglich

dgb/mm

Der Tarifvertrag das Nonplusultra?! Aus der Perspektive der Beschäftigten spricht viel dafür. Aber auch die Arbeitgeber profitieren von tariflichen Lösungen. Sie verhindern Schmutzkonkurrenz, indem sie allen Betrieben einer Branche die gleichen Bedingungen verschaffen. Statt über Lohndumping wird der Wettbewerb über Innovation und Qualität ausgetragen. Zugleich sind tarifgebundene Betriebe für Fachkräfte attraktiver, da sie ein besseres Arbeitsumfeld anbieten. Das weiß auch die Landesregierung, doch allein das Wissen führt nicht zwingend zu entschlossenem Handeln.

Tariftreue statt Lohndumping bei öffentlicher Vergabe
Beispiel: Tariftreuegesetz! Damit hätte die Landesregierung Tariflöhne bei öffentlichen Aufträgen sicherstellen können. Stattdessen scheiterte der Entwurf aus dem Wirtschaftsministerium an der Blockade der CDU-Fraktion. Diese ging sogar soweit, landesspezifische Regelungen komplett abschaffen zu wollen: keine sozialen Mindeststandards, keine Umweltkriterien, kein Tariflohn. Stattdessen hätte der niedrigste Preis als Maßgabe dem Lohndumping Tür und Tor geöffnet. Dabei war es das erklärte Ziel der Landesregierung, das Image Sachsen-Anhalts als Billiglohnland zu beseitigen. Darauf müssen die Beschäftigten wohl bis nach der Wahl warten. Darum: wählen für Gute Arbeit! Das ist die beste Wahl!


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