Deutscher Gewerkschaftsbund

07.12.2018
Vertreterversammlung der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland

Wiedemeyer zieht Renten-Bilanz

DGB-Landesleiterin Susanne Wiedemeyer hat in ihrer Funktion als Vorstandsvorsitzende der Deutschen Rentenversicherung Mitteldeutschland Bilanz gezogen. Auf der Vertreterversammlung in Leipzig teilte sie den ehrenamtlichen Vertreterinnen und Vertretern der Versicherten und Arbeitgeber mit, dass die gesetzliche Rentenversicherung eine solide Finanzierung vorweisen könne. Trotz einer Senkung des Beitragssatzes um 0,1 Prozent seien die bundesweiten Gesamteinnahmen gegenüber dem Vorjahr erneut gestiegen – auf 228,8 Milliarden Euro. Grund dafür seien laut Wiedemeyer die hohen Beschäftigungszahlen und die gestiegenen Bruttolöhne. Demgegenüber stehen Ausgaben in Höhe von 229,2 Milliarden Euro mit einem Aufwuchs von 6,4 Milliarden Euro. Wiedemeyer betonte in ihrer Rede: „Diese Mehraufwendungen kommen fast vollständig aus der Entwicklung der Renten und der Krankenversicherung der Rentner.“

Wiedemeyer betonte gegenüber den Vertreterinnen und Vertretern, dass die Nachhaltigkeitsrücklage weiter angewachsen ist auf nunmehr 33,3 Milliarden Euro. Darüber hinaus prognostizierte die Vorstandsvorsitzende eine positive Entwicklung der Beitragszahlerinnen und Beitragszahler. Aktuell zahlen 38,6 Millionen Menschen in die Rentenversicherung ein. Bis 2020 werde ein Anstieg auf 39,4 Millionen erwartet.

Als zukünftige Herausforderung für die Rentenversicherung nannte Wiedemeyer das im November von der Bundesregierung beschlossene Rentenversicherungsleistungsverbesserungs- und Stabilisierungsgesetz. Wiedemeyer hob positiv hervor, dass das Gesetz sowohl das Rentenniveau (aktuell: 48 Prozent) als auch den Beitragssatz (aktuell: 18,6 Prozent) zunächst bis 2025 stabilisiere. Weiterhin sieht das Gesetz vor, die Zurechnungszeiten bei den Erwerbsminderungsrenten anzuheben und Geringverdiener bei den Sozialversicherungsbeiträgen zu entlasten. Eine weitere Leistung aus dem "Rentenpaket" ist die sogenannte Mütterrente II, die die Kindererziehungszeit für vor 1992 geborene Kinder nun verstärkt anrechnet. Müttern und Vätern, deren Kinder vor 1992 geboren wurden, wird für die Erziehungszeit nun ein halber Rentenpunkt zusätzlich angerechnet. Allerdings sieht Wiedemeyer die Finanzierung der Mütterrente kritisch. Statt aus Beitragsmitteln müsse diese Leistung aus Steuermittel finanziert werden.


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